Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Geiselnahme im Schloss Lembeck 1602


Anfang November 1602 reiste der Händler Jacob Kaufman mit seinem Geschäftspartner Leser (Lazarus) Judd...

Zwei jüdische Händler (Stich, ca. 1450) Zwei jüdische Reisende begrüßen einander
Reproduktion einer Buchillustration, um 1450.
(Gidal-Bildarchiv im Salomon Ludwig Steinheim-Institut, Duisburg )
... mit Handelswaren nach Frankfurt am Main. Beide waren am Niederrhein, in den Orten Rees und Büderich, beheimatet und besaßen einen Schutzbrief des für sie zuständigen Herzogs von Kleve. Die ersten 50 Kilometer reisten sie in Begleitung des christlichen Stadtboten von Wesel. Sie hatten in Schermbeck übernachtet und waren am 12. November 1602 auf dem Weg nach Recklinghausen.

Als sie kurz vor Dorsten durch das Gebiet des Schlossherrn von Lembeck Matthias von Westerholt kamen, wurden sie plötzlich von zwei niederländischen Reitern festgenommen und auf die Burg Lembeck verschleppt. Die Reiter einer von ihnen war Dorstener im Dienste der Niederlande erhofften sich eine hohe Fangprämie.

Kein sicherer Rechtstatus für Juden


Der Lembecker Schlossherr verlangte von den Kaufleuten Geld für die Durchreise zu Unrecht, denn der Landesherr, der Fürstbischof von Münster, gewährte in seinem Gebiet allen Juden freies Geleit. Doch im 17. und 18. Jahrhundert konnten gerade Juden nicht auf einen sicheren Rechtsstatus zählen.

Die beiden jüdischen Händler waren so in einen Rechtsstreit zwischen dem Lembecker Schlossherrn und den Lehnsherren, den Bischöfen von Münster, geraten. Von 1575 bis nach 1800 behaupteten die Lembecker hartnäckig, die Entscheidung über das Wohnrecht und sogar das Durchreiserecht für Juden zu haben. Diesen Streit mit den Bischöfen trugen sie immer wieder auf dem Rücken einzelner Juden aus.

Die beiden Gefangenen versuchten in herausgeschmuggelten Briefen an ihre Ehefrauen ihre Freilassung zu beschleunigen.

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