Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Politische Aufklärung gegen antisemitische Vorurteile


Benno Jacob war Vorstandsmitglied im "Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens".

"Anti-Anti –  Blätter zur Abwehr – Tatsachen zur Judenfrage " im Faksimile Ein Argumentations-Ratgeber gegen den Antisemitismus:·"Anti-Anti" – Blätter zur Abwehr – Tatsachen zur Judenfrage – hrsg. vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Philoverlag Berlin o.J.
Foto: Jüdisches Museum Westfalen
Diese größte jüdische Organisation in Deutschland hatte sich die gesellschaftliche Gleichstellung der Juden zum Ziel gesetzt und verteidigte deren Rechtspositionen bis in die 1930er Jahre hinein.

Vorträge in der Dortmunder Synagoge


In regelmäßigen öffentlichen Vorträgen in der Dortmunder Synagoge versuchte Benno Jacob, "den nichtswürdigen Antisemitismus, der schon die Schulen verseucht und die Jugend vergiftet, zu bekämpfen".

Er setzte sich immer wieder mit den Vorurteilen über Juden im allgemeinen und der vermeintlich großen jüdischen Macht in der Weimarer Republik auseinander; zu seinen Themen gehörten unter anderem "Anstößige Stellen im Alten Testament", "Der Gott der Rache", "Krieg, Revolution und Judentum" oder der Einfluss der Juden auf die Presse.
Eine seiner wichtigsten Thesen lautete: Jüdische Deutsche haben in der Rechts- und Kulturgemeinschaft Deutschlands die gleichen Rechte wie "germanische" Deutsche – "Ein Deutscher ist, wer ein Deutscher sein will."
Innenraum der Dortmunder Synagoge Der Ort von Benno Jacobs Vorträgen: Innenraum der Dortmunder Synagoge um 1900
Abbbildung aus der Dortmunder Zeitung vom 8. Juni 1900 – nach H. Ch. Meyer 1962

Stärkung des jüdischen Selbstbewusstseins


Solche Vorträge hielt Jacob auch in anderen Städten; mit weiteren Themen wie "Die zehn Gebote" versuchte er auch zur Stärkung des jüdischen Selbstbewusstseins beizutragen. Im Dortmunder "Verein der jüdischen Jugend" informierte und diskutierte er über aktuelle politische Themen wie die Reichsverfassung, politische Parteien, Sozialgesetze, aber auch geschichtliche und religiöse Fragen.

In den 1920er Jahren rief er die Dortmunder Juden dazu auf, sich an den Wahlen zu beteiligen und keine antisemitischen Kräfte wie etwa die Deutschnationalen zu unterstützen.