Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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"Gegen die Trägheit der Herzen" – Eine Helferin der entrechteten Juden in Ahlen


"Diese große stattliche Frau war der personifizierte Widerstand gegen die Nazis, ihre Waffe Menschlichkeit. Sie erhielt uns den Glauben an bessere Zeiten.

Therese Münsterteicher Therese Münsterteicher (1897–1967)
Mit verblüffender Selbstverständlichkeit versorgte uns diese Bauerntochter aus Kaunitz mit dem, was ihr Garten, ihr kleiner Viehstall hergaben. Sie war mit meiner Schwester Rosa befreundet und kümmerte sich einen Dreck darum, ob ihre Besuche bei uns sie in Schwierigkeiten mit der Gestapo bringen könnten. Unter den Augen der Nachbarn, die fast alle Erznazis waren, stellte sie demonstrativ ihr Klapperfahrrad vor unsere Tür und schleppte die Taschen und Netze mit Futter für unsere hungrigen Kindermäuler in unser observiertes jüdisches Haus.
Für diese Menschen, Menschen wie Tante Tresíchen, pflanzt man in Israel, in der Allee der Gerechten, Bäume; Tante Tresíchen verdient einen ganzen Wald."
(Imo Moszkowicz, Der grauende Morgen, Regensburg 1996, S. 82 f.)

Freundin der Familie Moszkowicz


Die 1897 in Ostwestfalen geborene und aufgewachsene Theresia Nolte kam 1914 nach Ahlen zu ihrer dort verheirateten Schwester. Sie arbeitete in verschiedenen Werkstätten und kleinen Fabriken bis zu ihrer Heirat 1921. Ihr Mann Johann Münsterteicher arbeitete als Hauer auf der Ahlener Zeche; die Ehe war kinderlos. Therese Münsterteicher arbeitete in einer Emaillefabrik und freundete sich dort mit ihrer Kollegin, Imo Moszkowiczs ältester Schwester Rosa, und deren Familie an.
Therese Münsterteicher, Rosa Moszkowicz und eine weitere Freundin Therese Münsterteicher, Rosa Moszkowicz und eine weitere Freundin (von rechts nach links – etwa 1936).
Einweihung des Therese-Münsterteicher-Platzes in Ahlen Das Straßenschild für den Therese-Münsterteicher-Platz in Ahlen wird am 3. März 1996 von Prof. Imo Moszkowicz und dem damaligen Bürgermeister von Ahlen angebracht.
Alle Fotos: H. Offele-Aden 2002
Seit 1996 wird der mutigen Frau und ihrer Menschlichkeit – vor allem auf Anregung von Imo Moszkowicz – in Ahlen gedacht, indem ein Platz nach Therese Münsterteicher benannt wurde und Schülerinnen und Schüler ihr Engagement für den jüdischen Friedhof von Ahlen in bewusster Anknüpfung fortsetzen.