Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Zurück in Groningen


Der "Rembrandt des 19. Jahrhunderts", wie Jozef Israels genannt wurde, kehrte nach seinem Umzug nach Amsterdam und Den Haag noch regelmäßig in seine Geburtsstadt Groningen zurück.

Portrait von Aleida Schaap, Frau von Jozef Israels, circa 1863 Portrait von Aleida Schaap, Frau von Jozef Israels, circa 1863.
(Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie/ Reichsanstalt für Kunsthistorische Dokumentation)
1863 heiratete er dort Aleida Schaap, eine jüdische Frau, die fast zwanzig Jahre jünger war, und die er schon von klein auf kannte. Auch kam er jährlich zurück, um dort des Todestages seines Vaters zu gedenken. Der Groninger Schriftsteller Nico Rost erinnerte sich noch an einen solchen Besuch. "Es war ein wichtiges Ereignis, als mein Vater mich eines Tages auf einen kleinen gebückten Mann mit einem Schlapphut aufmerksam machte, der aus der Synagoge ans Licht trat." "Nimm deine Mütze ab, Junge, das ist Jozef Israels." "Er geht hier jedes Jahr einmal in die Synagoge", erklärte uns der Geflügelhändler Marcus, der gerade vorbeikam, "für den Jahrestag seines Vaters."

Inschrift am Geburtshaus


Jozef Israels starb am 12. August 1911 in seinem Sommerhaus in Scheveningen, in der Nähe seines Wohnortes Den Haag. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof am Scheveningseweg in Den Haag beerdigt. Eine bleibende Erinnerung an ihn besitzt Groningen in Form einer Statue des Bildhauers Abraham Wesselink. An der Stelle am Vismarkt, wo sein Geburtshaus stand, wurde eine Inschrift angebracht.
Enthüllung der Statue in Groningen zu Ehren von Jozes IsraŽls mit dem Titel Langs moeders graf (An Mutters Grab) Enthüllung der in Groningen zu Ehren von Jozes IsraŽls errichteten Statue nach einem seiner berühmtesten Gemälde mit dem Titel Langs moeders graf (An Mutters Grab)
(Foto: RHC GrA Tg 818 invnr. G20-1776d)
Die Statue steht gut sichtbar auf dem vornehmen Hereplein in der Stadt und stellt eine Szene aus einem von Israels berühmtesten Gemälden dar, "An Mutters Grab" (ein Vater besucht mit seinen Söhnen das Grab seiner verstorbenen Frau). Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Denkmal von den Besatzern entfernt, da es sich um einen jüdischen Künstler handelte. Im Jahre 1947 wurde es wieder aufgestellt. Auf dem Sockel befinden sich noch immer das Porträt und der Name des berühmtesten Malers, den die Stadt hervorgebracht hat.