Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Der jüdische Fußball in Groningen


Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden in Groningen verschiedene jüdische Fußballvereine.

Die erste Mannschaft des jüdischen Fußballvereins De Raven, circa 1921 Die erste Mannschaft des jüdischen Fußballvereins De Raven, circa 1921.
(Foto: RHC GrA Tg 818 invnr. G20-1435d)
Der Juni 1920 ist ein denkwürdiger Monat in der Geschichte des Groninger Fußballs. Vor gut 10.000 Zuschauern besiegte der Groninger Verein Be Quick den V.O.C. aus Rotterdam mit 4:0 und wurde niederländischer Meister. Die Zunahme neuer Fußballvereine in dieser Zeit hängt zweifellos mit der Begeisterung zusammen, die diese Meisterschaft bei den Einwohnern erregte. Dieser Elan hatte auch den jüdischen Teil der Groninger Bevölkerung fest im Griff. Die Gründung des jüdischen Fußballvereins De Raven um 1920 beweist dies. Der Klub spielte in einem rabenschwarzen Trikot mit gelbem Kragen und einer weißen Hose.
2. Mannschaft des jüdischen Fußballvereins De Raven, circa 1922 2. Mannschaft des jüdischen Fußballvereins De Raven, circa 1922.
(Foto: RHC GrA Tg 818 invnr. G20-1427d)

Erfolg bei jüdischen Sporttagen


De Raven, der zwei Mannschaften hatte, spielte in der ersten Saison in der 2. Klasse des 1907 gegründeten "Groninger Voetbal Bond (GVB)" (Groninger Fußball Bund). Meistens schnitt der Verein im Mittelfeld ab. Mehr Erfolg gab es bei den so genannten jüdischen Sporttagen, die meist zum Beginn oder am Ende einer neuen Saison stattfanden. Hier spielten nicht nur jüdische Fußballvereine aus den Niederlanden gegeneinander, sondern man wetteiferte auch in anderen Sportarten. Der erste jüdische Sporttag fand 1921 in Den Haag statt, im Jahre 1923 dann in Groningen.

Die Saison 1924/1925 bedeutete für De Raven den Auftakt einer goldenen Zeit. Die Elf spielte bis zum Ende der Saison um die Meisterschaft mit. In der darauffolgenden Saison gelang es dem Verein, die ansteigende Tendenz beizubehalten. Die Mannschaft endete als Erste und stieg in die 1. Klasse auf. Schließlich sollte der Aufstieg zum Untergang des Vereins führen. In den nächsten zwei Spielzeiten endete der Verein immer am unteren Ende der Tabelle. Und in der Saison 1928/1929 sah sich der Vorstand, der längerfristig keine Verbesserung ausmachen konnte, aus diesem Grund veranlasst, den Verein aufzulösen.
Jüdischer Boxverein Neben den jüdischen Fußballvereinen gab es in Groningen auch einen jüdischen Boxverein.
(Foto: RHC GrA Tg 818 invnr. D 411)

Mitglieder aus der Oberschicht


Die Auflösung von De Raven bedeutete nicht das Ende des jüdischen Fußballs in Groningen. In der Saison 1927/1928 hielt der jüdische Verein Attila Einzug in die 3. Klasse des GVB. Der Verein rekrutierte seine Mitglieder hauptsächlich in der Oberschicht der jüdischen Gemeinschaft. Der Klub spielte in einem weißen Trikot mit weinroter Hose. Ob es nun am Mangel an Erfolg lag, oder an etwas Anderem, auch diesem Fußballverein war kein langes Leben gegeben. Nach nur zwei Jahren ging der Klub in einen Verein mit dem Namen A.V.A. auf, der alle Spiele mit Handballergebnissen verlor. In der Saison 1929/1930 war es auch endgültig um diesen Verein geschehen.

Und in Westfalen...