Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Vergessen und verschwiegen: der Umgang mit Synagogen nach 1945


Die Mehrzahl der westfälischen Synagogen wurde in der Pogromnacht zerstört. Die Ruinen mussten meist in den folgenden Wochen und Monaten auf Anweisung der Behörden gänzlich abgetragen werden oder fielen während des Krieges den Bombardierungen zum Opfer.

Synagoge in Padberg Die restaurierte Synagoge in Marsberg-Padberg, Sauerland.
Foto: Olaf Mahlstedt / Westfälisches Landesmedienzentrum
Von den mehr als 200 Synagogen, die es in den dreißiger Jahren in Westfalen gab, standen im Sommer 1945 nur noch etwa 70. Die jüdischen Gemeinden hatten diese Gebäude bereits vor 1938 verkauft und die neuen nichtjüdischen Eigentümer sie zu profanen Zwecken genutzt.

Nach dem Krieg dauerte es mehrere Jahrzehnte bis man sich der besonderen Bedeutung dieser Gebäude erinnerte. Vielerorts nutzte man die ehemaligen Synagogen als Werkstätten, Lagerschuppen, Garagen oder auch als Diskotheken. Durch die Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger konnte oftmals nach zähen Verhandlungen erreicht werden, dass die ehemaligen Synagogengebäude vor dem weiteren Verfall und dem drohenden Abbruch bewahrt wurden und restauriert werden konnten. Dennoch werden diese Gebäude nicht wieder als Bethäuser verwendet, da in den jeweiligen Orten keine jüdischen Gemeinschaften mehr existieren.
Die ehemalige Synagoge von Drensteinfurt vor der Restaurierung Die ehemalige Synagoge von Drensteinfurt vor der Restaurierung.
Foto: Westfälisches Archivamt

Kulturelle Veranstaltungsorte


Die Gebäude werden heute als kulturelle Veranstaltungsorte, als Museen oder Gedenkstätten genutzt. Beispiele finden sich unter anderem in Hagen-Hohenlimburg, Selm-Bork, Drensteinfurt, in Marsberg-Padberg oder Oerlinghausen. In der Synagoge von Selm-Bork finden außerdem seit 2000 wieder jüdische Gottesdienste liberaler Prägung statt.
Die ehemalige Synagoge von Drensteinfurt nach der Restaurierung Die ehemalige Synagoge von Drensteinfurt nach der Restaurierung.
Foto: Olaf Mahlstedt / Westfälisches Landesmedienzentrum