Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

Logo des EU-Rahmenprogramms zur Kulturförderung "Kultur 2000"
Logo des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
Westfalen
Groningen
Lublin

Kontakt aufnehmen Kontakt |  Zeitleiste mit geschichtlichen Überblick Zeitleiste |  Glossar Glossar |  Literaturtipps Literatur |  Weiterführende Links Links | Filmdokumente des Projektes Film | Tondokumente des ProjektesTon |  Hilfe Hilfe |  Seite auf deutsch D  |  Seite auf niederländisch NL  |  Seite auf polnisch PL  | 

  Sie sind hier: Home


Maharshal-Synagoge


Die Maharshal-Synagoge, auch Große Synagoge genannt, war der Stolz des jüdischen Lublins.

Innenraum der Maharshal-Synagoge Der Innenraum der Maharshal-Synagoge, Zeichnung von Symcha Binem Trachter, 1929. Das Original befindet sich im Lubliner Museum.
Ihr Bau begann 1567. Sie befand sich an der Jateczna-Straße. Die spezielle Genehmigung für den Bau erteilte der polnische König Sigmund August aus der Jagiellonen-Dynastie persönlich.

Im selben Gebäude befand sich im Obergeschoss auch eine kleine Synagoge, die Maharam-Synagoge. In der kleinen Synagoge betete man samstags, in der Maharschal-Synagoge dagegen nur an den hohen jüdischen Festtagen.

Platz für 3000 betende Juden


Die beiden Synagogen konnten in ihren Betsälen ungefähr 3000 betende Juden beherbergen. Traditionsgemäß waren die Säle für Männer und Frauen getrennt. Frauen beobachteten die Gottesdienste durch die auf den Saal für Männer hinausgehenden Fenster. Die Synagoge hatte die Form eines Vierecks und der Mittelpunkt der Synagoge war die Bima, also das Podium zur Toralesung während der Gottesdienste.
Der Innenraum der Maharshal–Synagoge Innenraum der Maharshal–Synagoge, 1920er Jahre, Fotograf unbekannt.
Foto: "Brama Grodzka – Teatr NN"
In der Synagoge befand sich eine kleine Zelle für Verbrecher, die gegen die jüdische Religion und die jüdische Gemeinde verstießen.

Das Gebäude der Synagoge wurde zweimal zerstört. Erstmals im Jahre 1655, während des Kosakenüberfalls auf Lublin. Die Eindringlinge zerstörten damals fast die ganze jüdische Stadt und ermordeten deren Einwohner. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Synagoge wieder aufgebaut, aber 1854 stürzten in dem seit Jahren nicht renovierten Gebäude die Decken ein. Der Wiederaufbau dauerte zehn Jahre und wurde 1864 abgeschlossen.

Reiche Ausstattung


Der Innenraum der Synagoge hatte eine reiche, von vermögenden Lubliner Juden gestiftete Ausstattung von historischem Wert. In dem Hauptbetsaal befanden sich zwölf geschnitzte Pfeiler, die das mächtige Gewölbe der Synagoge stützten. Von der Ausstattung des Tempels blieb lediglich der Aron ha Kodesch erhalten – ein spezieller Schrein, in dem die Torarollen aufbewahrt wurden.
Menorah aus der Maharshal-Synagoge Menorah aus der Maharshal-Synagoge. Zeichnung von Richard Henker aus dem Jahre 1919.
Traditionsgemäß war die Große Synagoge ein Ort der Versammlungen der Vertreter der ganzen Judengemeinde, die hier für die Gemeinschaft wichtige Entscheidungen trafen.

Und in Groningen...



Und in Westfalen...