Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Die Schriftstellerin Jenny Aloni


Jenny Aloni hat anfangs versucht, ihre Texte in Hebräisch zu verfassen. Aber das war nicht "ihre" Sprache. So entschloss sie sich, Deutsch zu schreiben.

Jenny Aloni 1980 Jenny Aloni im Jahr 1980.
Foto: Jenny-Aloni-Archiv, Paderborn
Dennoch handelt der größte Teil von Jenny Alonis Werk von israelischen Entwicklungen und Problemen; eines ihrer wichtigsten Themen ist die Integration von Menschen unterschiedlichster Herkunft in dem neuen Gemeinwesen Israel. Die Kriege um die Behauptung Israels in einer feindlichen Umgebung, aber auch die Dramen des jüdisch-palästinensischen Konflikts werden zum Thema ihrer Erzählungen und Gedichte, ebenso Erfahrungen der Einsamkeit und der gesellschaftlich Randständigen.

"Jenny Alonis Texte handeln von der Geschichte, der Politik, der Natur, den Schicksalen von Individuen, aber meistens geht es zugleich oder primär um die allgemeineren Probleme der Menschen: vor allem und immer wieder um die Schuld, daneben und oft eng damit verbunden: um die Fremdheit, Einsamkeit, die aus dem Nicht-Vergessen-Können erwächst", schreibt der Paderborner Literaturwissenschaftler Hartmut Steinecke.

Seit 1956 erscheinen ihre Werke in (West-)Deutschland.
Manuskript von Jenny Aloni Manuskript eines Gedichts
von Jenny Aloni, 1980er Jahre.
Abbildung: Jenny-Aloni-Archiv, Paderborn

Erfahrungen aus ihrer Jugend in Westfalen


In ihrem Werk befasst sich die Schriftstellerin Jenny Aloni auch immer wieder mit den Kindheits- und Jugenderfahrungen ihrer westfälischen Jugend. Den Verlust ihrer Familienangehörigen stellt sie allerdings meist nur in Andeutungen dar. Dass sie zeitlebens mit dem Verlust ihrer Heimat rang, zeigt sich nicht nur in der Verwendung der deutschen Sprache, sondern auch in ihrer besonderen Aufmerksamkeit für das Leben der "Jeckes", der aus dem deutschsprachigen Raum nach Israel eingewanderten Juden.

Seit den 1960er Jahren hat sie sich – wohl ausgelöst durch den Eichmann-Prozess in Jerusalem – verstärkt mit den verschütteten Erinnerungen an ihre Jugend in Paderborn auseinander gesetzt und diese literarisch gestaltet.
Buchumschlag "Der blühende Busch" Buchumschlag der deutschen Erstausgabe von Jenny Alonis Roman "Der blühende Busch" 1964.
Abbildung: Jenny-Aloni-Archiv, Paderborn

Auszeichnungen


In der Sprache Jenny Alonis mischen sich oft ein geradezu existentialistisches, heute befremdliches Pathos mit knappen und präzisen Schilderungen. Mit ihren Dramen und Hörspielen hatte die Autorin weniger Erfolg als mit den Romanen und Erzählungen; manche Werke konnten nur im Selbstverlag erscheinen. Die Anerkennung in Deutschland nahm seit dem Ende der 1980er Jahre zu. Die Neue Zürcher Zeitung zählte sie 1993 zu den "profiliertesten Erzählerinnen ihrer Generation".
Zu den vielen Auszeichnungen für ihr dichterisches Werk gehört unter anderem der Annette von Droste-Hülshoff-Preis. Am 30. September 1993 verstarb Jenny Aloni im Altern von 76 Jahren in Israel.

Um die Sicherung, Anerkennung und Verbreitung ihres Werks bemüht sich seit vielen Jahren das Jenny-Aloni-Archiv an der Universität Paderborn, das seit 1996 auch ihren literarischen Nachlass bewahrt und wissenschaftlich auswertet. Mehr über Jenny Aloni als Schriftstellerin findet man auch auf der Internetseite "Jüdische Literatur in Westfalen".

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