Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

Logo des EU-Rahmenprogramms zur Kulturförderung "Kultur 2000"
Logo des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
Westfalen
Groningen
Lublin

Kontakt aufnehmen Kontakt |  Zeitleiste mit geschichtlichen Überblick Zeitleiste |  Glossar Glossar |  Literaturtipps Literatur |  Weiterführende Links Links | Filmdokumente des Projektes Film | Tondokumente des ProjektesTon |  Hilfe Hilfe |  Seite auf deutsch D  |  Seite auf niederländisch NL  |  Seite auf polnisch PL  | 

  Sie sind hier: Home


Feiertage und Bräuche


Es kamen immer zahlreiche Chassidim zum Sitz des "Sehers" nach Lublin, insbesondere gegen Ende der Woche, wenn der Schabbat begann.

Menora aus der Maharshal–Synagoge Menora aus der Maharshal–Synagoge. Zeichnung von Richard Henker aus dem Buch von Majer Bałaban "Die Judenstadt in Lublin"
So konnten sie dieses wichtige jüdische Fest zusamen mit ihrem Zaddik verbringen. Man feierte es fröhlich mit Tanz und Gesang. Der Schabbat war einer der wichtigsten jüdischen Feiertage sehen Sie dazu einen kurzen Filmausschnitt, ein allwöchentlicher Ruhetag, der am Freitag nach Sonnenuntergang begann und am Samstag zu gleicher Zeit endete.

Der heilige Charakter dieses Tages wurde durch ein religiöses Gebot betont, gemäß dem jede Arbeit am Samstag verboten wurde, darunter auch: Feuermachen, Kochen, Essen, Reisen und das Zurücklegen einer Strecke, die länger als zweitausend Schritte ist.

Zu dieser Zeit wurden Kerzen angezündet und Wein und süßes Gebäck gesegnet. Am Freitag vor dem Sonnenuntergang wurde ein spezielles Schabbatgericht (Tschulent) aus Bohnen, Grütze, Kartoffeln, Fleisch und Pflaumen zubereitet.
Ein Kantormit dem Chor in der Synagoge Ein Kantor mit dem Chor in der Synagoge während des Gebets am Versöhnungstag. Postkarte aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert

Rosch ha-Schana



Ein anderes wichtiges Fest war Rosch ha-Schana, bei dem man um die Vergebung aller Sünden betete. An diesem Abend bekannte man seine Sünden, bereute sie und bat um Gottes Barmherzigkeit. Charakteristisch für die Zeremonie an diesem Tag war das Schofarblasen, das in der Synagoge vollzogen wurde. Das Schofar ist ein ausgehöhltes Horn eines Widders, dessen Blasen das Rufen um Gottes Barmherzigkeit versinnbildlichen sollte.

Jom Kippur


Die darauffolgenden Tage nach Rosch ha-Schana waren Bußtage, denen ein weiteres wichtiges jüdisches Fest, Jom Kippur – der Versöhnungstag – folgte. An diesem Tag galt, ähnlich wie am Schabbat, ein striktes Verbot der Arbeit, man versammelte sich in der Synagoge, um dort gemeinsam zu beten.

Chanukka


Ende November, Anfang Dezember begann das achttägige Lichterfest – Chanukka. Acht Abende hintereinander wurde in den Synagogen und in den Häusern polnischer Juden jeden Abend eine Kerze angezündet, bis schließlich alle acht Kerzen brannten.
Fähnchen auf der Simchat Thora Fähnchen auf der Simchat Thora.

Pessach


Mit der ersten Vollmondnacht nach der Tages- und Nachtgleiche im Frühling begannen die polnischen Juden acht Tage lang das Pessachfest zu feiern. Das Pessachfest erinnert an die Zeit des Exodus, den Auszug der Israeliten aus Ägypten unter der Führung Moses im 13. Jahrhundert vor unserer Zeit.

Den Höhepunkt des gesamten Pessachfestes bildete das vorgeschriebene rituelle Sedermahl. Zu dieser Mahlzeit wurde spezielles Geschirr benutzt und es wurden die für diesen Anlass speziell zubereiteten Gerichte serviert, wie zum Beispiel Karpas: in Salzwasser getunkte Petersilie, Charoset: ein Gemisch aus Äpfeln, Nüssen, Wein und Zimt sowie Maror: bittere Kräuter und Mazzot (ein spezielles Brot). Dabei wurden verschiedene Gebete und Liturgien rezitiert.

Sukkot


Ein anderes wichtiges Fest war Sukkot, auch bekannt als das Laubhüttenfest. Der religiösen Vorschrift folgend, gingen Juden während dieses Festes mit einer besonderen Zitrusfrucht, der so genannten Etrog, in den Gottesdienst, um für gute Ernte zu beten. Dieses Fest dauerte sieben Tage. Am letzten Tag erfolgte das Torafreudenfest, bei dem die heiligen Schriften geehrt wurden.