Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Das mystische Buch Zohar


Die Juden werden auch das "Volk des Buches" genannt.

Anbetung der Tora Anbetung der Tora. Postkarte etwa aus dem Jahre 1910.
Es könnte ohne die in der Tora diesen Begriff im Glossar nachschlagen verankerten Gesetze nicht bestehen. Die auf Pergament aufgeschriebene Tora wurde immer mit größter Sorgfalt behandelt und besonders verehrt.
Juden beten in der Synagoge Bild von Maurycy Gottlieb "Die Juden beten in der Synagoge”. Postkarte aus dem Jahre 1918.
Für Juden auf der ganzen Welt ist jedes Buch von großer Bedeutung, weil es das geschriebene Wort enthält und am Anfang das Wort Gottes stand.

Druckerei in Lublin


Der Buchdruck war eines der wichtigsten Gewerbe, das von Juden ausgeübt wurde. Eine der ersten Druckereien im Königreich Polen entstand im Jahre 1574 in Lublin. Ihre Begründer und ersten Drucker waren die aus Prag kommenden Izaak Chaims Sohn und Józef Jakar, die ihre Druckerei in der Szeroka-Straße errichteten.

Ein paar Jahre später wurde hier das erste Buch "Siddur", ein auf Hebräisch verfasstes ganzjähriges Gebetsbuch, gedruckt. 1554 starb Izaak Chaims Sohn, aber die nachfolgende Generation jüdischer Drucker, Chaim Izaaks Sohn und Anna Jakar, setzten das Werk ihrer Väter fort. Sie bekamen vom polnischen König das Privileg, das nur ihnen das Drucken und Verkaufen hebräischer Bücher im ganzen Königreich Polens erlaubte.

Das berühmteste Buch, das in Lublin gedruckt wurde, ist "Der Zohar".
Die Titelseite des Buches "Zohar” Die Titelseite des Buches "Zohar”, herausgegeben im Jahre 1623 in Lublin.

Das Buch des Glanzes


Sefer ha Zohar, das Buch des Glanzes, ist ein aus dem Mittelalter stammendes mystisches Traktat, dessen Text auf die Lehre des Mystikers Szymon ben Jochaj (2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung) zurückzuführen ist. Das Buch wurde auf Aramäisch und Hebräisch verfasst und besteht aus 20 Abhandlungen, die die Weltschöpfung und das Wesen Gottes beschreiben sowie den Pentateuch kommentieren.

Der Zohar ist einer der umfangreichsten jüdischen Texte und zählt über 2400 Seiten. Bis zum 20. Jahrhundert wurden nur zwei vollständige Ausgaben dieses Buches veröffentlicht, eine davon erschien 1623 in Lublin

Am Anfang des 17. Jahrhunderts wurde in Lublin das populärste Buch, das auf Jiddisch geschrieben wurde, "Cene Urene" (Geht und seht) zum ersten Mal veröffentlicht. Es war ein spezielles Buch für jüdische Frauen, das den Pentateuch behandelte.

Zentrum der Wissenschaft


Die Tätigkeit der jüdischen Druckerei, sowie das Vorhandensein der Jeschiwot und des Vierländer–Sejms in Lublin hatte zur Folge, dass sich Lublin in diesem Teil Europas zum wichtigsten Zentrum der jüdischen Bildung und Wissenschaft entwickelte.