Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Der Jüdische Frauenbund


Gesellschaftspolitische Arbeit von Frauen war nicht nur in der Gesamtgesellschaft, sondern auch unter Juden umstritten: Jüdischen Frauen wurde (in den Gemeinden) zugemutet, nur karitativ zu arbeiten oder (in der Frauenbewegung) ihr Jüdischsein zu verleugnen.

Die Graphik zeigt in einem "Stammbaum" die Aktivitäten des Jüdischen Frauenbunds "Stammbaum" der Aktivitäten des Jüdischen Frauenbunds.
Daher entstand 1904 der Jüdische Frauenbund; im Vordergrund seiner Arbeit standen der Kampf gegen die Prostitution aus Osteuropa eingeschleuster Mädchen und der Einsatz für weibliche Berufstätigkeit und bessere (Aus-)Bildung von Mädchen und Frauen.

Die meisten Mitglieder des von Bertha Pappenheim gegründeten Bunds entstammten dem Mittelstand. Der gemäßigt-bürgerliche Feminismus der hier versammelten Frauen bot auch Platz für eine hohe Wertschätzung der Hausarbeit und starke nationale Töne im Umfeld des Ersten Weltkriegs.
Ottilie Schönwald aus Bochum Ottilie Schönwald (1883-1962) war die letzte Vorsitzende des Jüdischen Frauenbunds vor der Auflösung 1938, außerdem Stadtverordnete in Bochum.
Foto: Leo Baeck-Institut

Gegen Antisemitismus


Ende der 1920er Jahre waren es mehr als 50.000 Frauen, die sich im Jüdischen Frauenbund in sozialen Fragen, bei Bildungsthemen und in der Aufklärungsarbeit gegen den Antisemitismus engagierten.

Die letzte Vorsitzende des Jüdischen Frauenbunds vor 1939, Ottilie Schönwald aus Bochum, kämpfte mit vielen anderen unter anderem für das volle Stimmrecht der Frauen in allen jüdischen Gemeinden, das ab 1926 erst in einem Teil der Gemeinden eingeführt war.
Landkarte mit Gruppen des Jüdischen Frauenbunds Landkarte mit Gruppen des Jüdischen Frauenbunds um 1930.
(aus der CV-Zeitung)

Thema "Abschied"


Die letzten Jahre des JFB bis zu seiner Zwangsauflösung 1938 waren geprägt vom Thema "Abschied" – die Sozialarbeit in den schrumpfenden jüdischen Gemeinschaften und die Vorbereitung von Auswanderungen standen im Zentrum der Arbeit.
Mit dem Wiederaufbau jüdischer Organisationen nach 1945 entstand auch der Jüdische Frauenbund aufs Neue.