Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Kindheit und Jugend


Singers Vater, Pinkas, lernte schnell die Tora diesen Begriff im Glossar nachschlagen und die rabbinischen Rechte.

Ansicht des Marktes in Biłgoraj Ansicht des Marktes in Biłgoraj. Postkarte aus dem Jahre 1918.
Er wohnte in dem Haus seines Schwiegervaters in Biłgoraj, einem kleinen Städtchen in der Nähe von Lublin, in dem er für seine Frömmigkeit bekannt war. Sein Wunsch war es, Rabbiner zu werden, aber er konnte kein Russisch und die Kenntnisse dieser Sprache waren notwendig, um die Rabbinerprüfung ablegen zu können.

Seine Reden und Kommentare zur Tora, die in den Städtchen der näheren Umgebung vorgetragen wurden, haben den Bewohnern des weit entfernten Leoncin so gefallen, dass sie ihm vorschlugen, ihr Rabbiner zu werden. Bei den Unterlagen wurde dank ein paar Rubel ein Auge zugedrückt. Und so kam es, dass Pinkas, seine Frau und seine zwei Kinder (Singers Schwester und sein älterer Bruder) Biłgoraj eines Tages verließen.
Isaac Bashevis Singer Isaac Bashevis Singer, Jerusalem 1973. Eine Illustration aus dem Buch von Chone Schmeruck "Die verlorene Welt. Über das Schaffen von Isaac Bashevis Singer".

Umzüge


Issac Bashevis Singer wurde am 14. Juli 1904 in dem polnischen Leoncin in der Nähe von Warschau geboren. Als er drei Jahre alt war, im Jahre 1907, zog seine Familie nach Radzymin, wo sein Vater eine Stelle als Jiddischlehrer an einer Talmudschule bekommen hatte. Dort wohnten sie aber nur für eine kurze Zeit.

Schon ein Jahr später, 1908, zogen sie nach Warschau in die Krochmalna Straße um, die später oft in Singers Romanen erwähnt wird.
Mitgliedsausweis von Isaac Bashevis Singer, dem Mitglied des Verbands der Jüdischen Literaten und Journalisten. Mitgliedsausweis von Isaac Bashevis Singer, dem Mitglied des Verbands der Jüdischen Literaten und Journalisten. Eine Illustration aus dem Buch von Chone Schmeruck "Die verlorene Welt. Über das Schaffen von Isaac Bashevis Singer."

Veränderungen im Leben der Familie


Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges brachte große Veränderungen in der Familie Singer mit sich. Im Alter von 13 Jahren, im Jahre 1917, kehrt Isaac Bashevis mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Biłgoraj zu den Großeltern zurück. Dieses Städtchen hatte damals etwa 10.000 Einwohner, 3.500 davon waren Juden.

Dort gab es eine Welt, die von der Zivilisation noch nicht eingeholt worden war, ohne Kanalisation und ohne Elektrizität. Hier konnte man auf fromme Juden in Kaftanen stoßen, die, dem Ritual ihrer Religion folgend, drei Mal am Tag beteten.

Quelle der Inspiration


Vor dem Krieg hatten die Bewohner von Biłgoraj noch keinen Zug gesehen und Zeitungen wurden selten gelesen. Für Isaac war dieses Städtchen eine große Quelle der Inspiration. Was er hier sah, prägte sich in sein Gedächtnis dauerhaft ein. Er hatte vor zu studieren, um Rabbiner zu werden; nach vier Jahren verließ er jedoch die Schule und folgte dem Beispiel seines älteren Bruders, indem er zu einem Kreis jüdischer Schriftsteller in Warschau Verbindung aufnahm. Er nannte Warschau die Stadt seiner Hoffnungen und Träume.

Isaac verbrachte viel Zeit in einem Leseraum, in dem er eine Unmenge von Büchern verschlang. 1923 ging er nach Warschau und nahm hier eine Arbeit als Korrektor bei dem jüdischen Literaturmagazin "Literarische Bleter" an. Sein Bruder, Israel Joshua, war zu dem Zeitpunkt Redakteur bei "Literarische Bleter", er schrieb Bücherrezensionen und übersetzte zahlreiche Romane ins Jiddische. In jüdischen Zeitungen veröffentlichte Singer seine Erzählungen und Novellen. 1925 debütierte er mit der Erzählung "Im Alter", die im Wochenblatt "Literarische Bleter" ausgezeichnet wurde.

1935 erster Roman


Zehn Jahre später, 1935, veröffentlichte er seinen ersten Roman "Der Satan in Goraj" und zog dann, wieder seinem Bruder folgend, nach New York um. Dort schrieb er für verschiedene jüdische Zeitschriften. Er veröffentlichte unter anderem den Roman "Die Familie Moschkat”, "Der Hof", und "Feinde, die Geschichte einer Liebe".

Isaak Bashevis Singer schrieb seine Werke auf Jiddisch, in der Sprache der europäischen Juden.