Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Judengeleit


Geleit oder "Schutzbrief" bezeichnet den Schutz, den der Landesherr dem Reisenden innerhalb seines Gebietes gegen eine gewisse Abgabe gewährte, um ihn vor den Gefahren der Wege und des Raubrittertums zu bewahren.

Die Juden wurden in der Periode zwischen Mittelalter und Moderne gezwungen, beim Verlassen ihres Wohnortes wie an allen Orten, durch die sie reisten, eine Abgabe zu bezahlen. Die Handhabung war in allen Gebieten unterschiedlich.

Sie hatten dafür das Recht, Handel und Gewerbe zu treiben, sie wurden gegen unrechte Angriffe in Schutz genommen, durften sich aber nur an bestimmten Orten niederlassen.

Wichtige Einnahmequelle


Dieses System stellte eine wichtige Einnahmequelle der Landesherren dar und war daher oft ein Streitgegenstand zwischen Landesherren und Unterherrschaften: Das Hauptjudengeleit des Fürstbistums Münster von 1662 besagt, dass Juden für eine bestimmte Zeit (10 Jahre) für eine Summe von 5.000 Reichsthalern vergleitet wurden. Später war jedes Jahr eine weitere Summe von 1.100 Reichtsthalern zu zahlen weitere Abgaben und Gebühren kamen noch hinzu.
Der Rechtsstreit zwischen dem Schlossherrn von Lembeck, Graf Westerholt, und den Fürstbischöfen von Münster über die Geltung der Judengeleite zog sich Jahrzehnte lang und bis zum Reichskammergericht hin. In vielen Fällen hatte nämlich der Lembecker Adlige durch sein Gebiet ziehende Juden gefangen genommen und von ihnen Geleitgebühren erpresst wie im Fall des Jacob Kaufman, der über einen gültigen Geleitbrief aus Kleve verfügte.