Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Für die Freiheit! Jeanette Wolffs Berliner Engagement


Nach dem Krieg fand Jeanette Wolff ihre Heimat in Berlin – in der Sozialdemokratie und in der Jüdischen Gemeinde.

Eine Kundgebung in Berlin 1948 mit Jeanette Wolff Jeanette Wolff (vorn links) auf einer Kundgebung "Berlin ruft die Welt" vor dem Reichstagesgebäude im Jahre 1948.
Foto: Stadtarchiv Dinslaken
Schon im April 1946 appellierte sie an die Berliner Sozialdemokraten, die Menschen aus dem "Nazischutt" herauszuführen. Ihr Eintreten für einen freiheitlichen Sozialismus führte sie schnell in erbitterte Gegnerschaft zu den Kräften, die Sozialdemokraten und Kommunisten in einer Partei zusammenführen wollten: "die eine Diktatur ist nicht besser als die andere".

Diese antikommunistische Haltung und solche Vergleiche trugen der 60jährigen Politikerin in den erregten Monaten des Jahres 1948 Drohungen und körperliche Angriffe ein.
Ausriss aus der Allgemeinen Wochenzeitung der Juden, 24. Mai 1957 Bericht über einen Vortrag Jeanette Wolffs in Frankfurt –Ausriss aus der Allgemeinen Wochenzeitung der Juden, 24. Mai 1957.

Im Deutschen Bundestag


Von 1946 bis 1951 war Jeanette Wolff Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung; dem Deutschen Bundestag gehörte sie von 1952 bis 1961 an. In beiden Funktionen setzte sie sich für Opfer-Entschädigungen und eine "Wiedergutmachung" des nationalsozialistischen Unrechts ein und arbeitete an den entsprechenden Gesetzen mit. Im Petitionsausschuss widmete sie sich mit großem Engagement den Beschwerden und Bittschriften kleiner Leute. Im Ausland warb sie für Verständnis für den demokratischen Wiederaufbau in Deutschland. Ihre antifaschistische Kompromisslosigkeit und ihr Plädoyer für mehr Frauenmacht in der Politik waren auch in der SPD umstritten.
Plakat zu den Gemeindewahlen in Berlin 1950 Plakat zu den jüdischen Gemeindewahlen in Berlin 1950.
In der Jüdischen Gemeinde und den Dachorganisationen der Juden in Westdeutschland kümmerte sich Jeanette Wolff stark um sozialpolitische Fragen; immer wieder suchte sie die deutschen Juden zu überzeugen, dass sie einen selbstbewussten Beitrag zum demokratischen Neuaufbau Deutschlands leisten sollten.