Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

Logo des EU-Rahmenprogramms zur Kulturförderung "Kultur 2000"
Logo des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
Westfalen
Groningen
Lublin

Kontakt aufnehmen Kontakt |  Zeitleiste mit geschichtlichen Überblick Zeitleiste |  Glossar Glossar |  Literaturtipps Literatur |  Weiterführende Links Links | Filmdokumente des Projektes Film | Tondokumente des ProjektesTon |  Hilfe Hilfe |  Seite auf deutsch D  |  Seite auf niederländisch NL  |  Seite auf polnisch PL  | 

  Sie sind hier: Home


"Simon"


In den Sammlungen des Lubliner Museums befinden sich schöne, mit Ölfarbe und Buntstift gemalte Gemälde oder schwarz-weiße, wie eilig und leichthin gezeichnete Skizzen.

Symcha Binem Trachter: Kirche in Podwale. Buntstiftzeichnung Symcha Binem Trachter: Kirche in Podwale. Buntstiftzeichnung aus dem Jahre 1921. Das Original befindet sich im Lubliner Museum.
Das sind die Werke des jüdischen Malers Symcha Binem Trachter.

Symcha Binem Trachter ist 1893 in Lublin zur Welt gekommen. Er stammte aus einer reichen bürgerlichen Familie, sein Vater Simon war Besitzer einiger Lubliner Häuser und führte einen Laden.

In Warschau und Krakau


Symcha zeigte von frühen Kindheitsjahren an ein recht großes Interessen für die Malerei, womit seine Eltern allerdings nicht einverstanden waren. Im Jahre 1911 ging er nach Warschau und besuchte die Schule der schönen Künste. 1915 zog er nach Krakau um, um die gewonnenen Kenntnisse an der Krakauer Akademie der schönen Künste zu erweitern. Im Jahre 1918 ging er für ein Halbjahrstipendium nach Wien.

Nach dem Studienabschluss kam er in seine Heimatstadt zurück und eröffnete seine eigene Künstlerwerkstatt. Im Lubliner Milieu wurde er sehr beliebt und fand Käufer für die Mehrheit seiner Werke.

Mit dem Buntstift zeichnete er schöne Gemälde mit der Lubliner Architektur, Porträts und Landschaften. Alle seine Werke unterschrieb er mit "Simon".
Symcha Binem Trachter: Landschaft in Südfrankreich. Ölbild Symcha Binem Trachter: Landschaft in Südfrankreich. Ölbild aus dem Jahre 1928. Das Original befindet sich im Lubliner Museum.

Fasziniert vom Impressionismus


1925 ging Symcha nach Paris, der künstlerischen Hauptstadt der Welt, und blieb dort vier Jahre lang, um sich die Malerei von berühmten Meistern im Louvre anzueignen und zeitgenössische Malerei kennenzulernen. Der Impressionismus faszinierte ihn, was in seinen späteren Werken zum Ausdruck kam.

1929 nahm er Abschied von Paris und kehrte nach Lublin zurück. Ein paar Monate vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zog er nach Warschau um. Während der Besatzungszeit war er im Warschauer Ghetto, wo er auch ununterbrochen arbeitete. In der Nacht vom 26. auf dem 27. September 1942 wurde er zusammen mit anderen Künstlern nach Treblinka transportiert, woher sie niemals mehr zurückkehrten.
Symcha Binem Trachter: Landschaft in Lublin. Ölbild Symcha Binem Trachter: Landschaft in Lublin. Ölbild aus dem Jahre 1928. Das Original befindet sich im Lubliner Museum.

Das alte Lublin


Die Werke von Symcha Binem Trachter, besonders die Zeichnungen, die das alte Lublin mit seinen romantischen Seitengassen des jüdischen Viertels, mit der Brama Grodzka (dem Stadttor), mit der Maharshal-Synagoge darstellten, sind sehr eindrucksvoll.

Leider wurde der größte Teil seiner Werke vernichtet oder ging während des Krieges verloren. Das Lubliner Museum besitzt einige Dutzend Werke des Künstlers. Seine Gemälde befinden sich auch im Nationalmuseum in Warschau, im Jüdischen Historischen Institut und im Weichselmuseum in Kazimierz Dolny.

Und in Groningen...