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Freunde


Ein enger Freund von Symcha Trachter war der Künstler Henryk Lewensztadt.

Henryk Lewensztadt: Städtische Landschaft. Ölbild Henryk Lewensztadt: Städtische Landschaft. Ölbild ohne Datum. Das Original befindet sich im Lubliner Museum.
Er war im selben Alter wie Symcha und studierte mit ihm in der Warschauer Schule der schönen Künste. Aber er fuhr von Warschau aus nach München, wo er die Geheimnisse der Malerei ergründete. Nach dem Studienabschluss kam er nach Lublin zurück, wo er hohes Ansehen als Schöpfer prächtiger Landschaften gewann.

Am liebsten malte er aber in Kazimierz. Dort entstanden seine schönsten Werke Landschaften von Kazimierz. 1930 nahm er Abschied von Kazimierz und Lublin, und zwar, wie es sich später erwies, für immer. Er entschied sich für eine lange Künstlerreise, deren Ziel Paris und die dortige Malerei war. Unterwegs besichtigte er Venedig, Genua und Mailand. Er malte die ganze Zeit lang und ließ sich durch die Eindrücke der Reise anregen. Aus Paris zog er nach Nizza um und verbrachte dort das letzte Jahr seines Auslandsaufenthalts. 1933 kam er nach Polen zurück. Er lebte aber nicht in Lublin, sondern in Zakopane.
Henryk Lewensztadt: Landschaft. Buntstift-Kohle-Zeichnung Henryk Lewensztadt: Landschaft. Buntstift-Kohle-Zeichnung aus dem Jahre 1927. Das Original befindet sich im Lubliner Museum.

In der sibirischen Taiga


Die ganze tragische Kriegszeit verbrachte Henryk Lewensztadt mit seiner Frau in der Sowjetunion, in der sibirischen Taiga. Nach Polen kam er im Jahre 1946 zurück, aber nur für kurze Zeit. Drei Monate später reiste er nach Israel.

Das Kriegstrauma wandelte sich in künstlerische Besessenheit um. An seinen Freund schrieb er: "Aus meiner ganzen Familie und aus der Familie meiner Frau bleibt niemand, alle starben einen tragischen Tod; alles ging in Rauch auf..." Sein Heimatland besuchte er nur noch einmal im Jahre 1960, damals besichtigte er sein geliebtes Kazimierz, Warschau und Lublin. Es ist unbekannt, wie die letzten Lebensjahren des Künstlers verliefen.
Henryk Lewensztadt: Fragment der Lubliner Altstadt. Kohlezeichnung Henryk Lewensztadt: Fragment der Lubliner Altstadt im Jahre 1930. Kohlezeichnung aus dem Jahre 1930. Das Original befindet sich im Lubliner Museum.

Lange waren die Künstler vergessen


Es ist heute unmöglich, das Schaffen dieser Künstler wiederzugeben, die zwar populär und geschätzt zu Lebzeiten waren, die aber nach dem Krieg völlig vergessen wurden. Das Andenken an ihr Schaffen kehrte vor kurzem zurück. Seit einiger Zeit erscheinen ihre Gemälde in wichtigen polnischen und sogar internationalen Ausstellungen.