Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Gutbürgerlicher Antisemitismus


Cosmann Cohen heiratete 1864 Rosalie Rosenberg aus Oestinghausen bei Beckum und hatte mit ihr acht Kinder.

Familie Cohen 1908 Zum 70. Geburtstag von Rosalie Cohen im Jahr 1908 kam die ganze Familie zusammen.
Foto: Sammlung E. Westerhoff/Stadtarchiv Bocholt
Mit seiner Familie führte er ein Leben nach bürgerlichem Vorbild. Als wohlhabende und angesehene Bocholter Bürger nahmen sie intensiv am gesellschaftlichen Leben in der Stadt teil: Cohen und seine Söhne waren im Vorstand des Schützenvereins, spendeten für wohltätige Zwecke und unterstützten das katholische Arbeiterinnen-Hospiz.

Zugleich förderte die Familie die Bocholter jüdische Gemeinde, in deren Vorstand sie jahrzehntelang vertreten war. Cosmann Cohen gehörte außerdem zu den Gründungsmitgliedern von "Esrass kefufim", eines jüdischen Vereins zur Unterstützung Hilfsbedürftiger.
Urkunde über Kaddisch-Stiftung 1934 Urkunde zur Errichtung einer Kaddisch-Stiftung für Carl Magnus 1934 zu Gunsten des Israelitischen Waisenhauses Dinslaken.
Abbildung: Sammlung E. Westerhoff/Stadtarchiv Bocholt

"Xantener Ritualmord"


Aber auch antisemitische Ressentiments berührten die Familie Cohen, besonders verstärkt nach dem so genannten "Xantener Ritualmord" diesen Begriff im Glossar nachschlagen von 1891. Cosmann Cohen besuchte regelmäßig einen Unternehmerstammtisch in Bocholt. Die Enkelin von Cosmann Cohen berichtete hören Sie dazu einen kurzen Audiobeitrag, wie es dort bei der Gründung eines Tennisclubs in der Gesellschaft Casino zuging.
Villa der Familie Cohen-Blühdorn Villa der Familie Cohen-Blühdorn.
Foto: Sammlung E. Westerhoff/Stadtarchiv Bocholt
Nach kurzer Krankheit starb Cosmann Cohen 1897. Er hinterließ seiner Familie ein großes Vermögen; er war einer der reichsten Steuerzahler Bocholts. Nach seinem Tod übernahmen sein Sohn Emil Cohen sowie sein Schwiegersohn Iwan Magnus die Firma.