Jüdische Kultur auf Hebräisch

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Textilfertigung in Westfalen


Schon vor dem 14. Jahrhundert gab es in Westfalen,
begünstigt durch das feuchte Klima und die leichten
bis mittelschweren Böden, Flachsanbau in größerem
Umfang.

Muster der Firma Cohen Produktionsmuster der Baumwollspinnerei Cohen.
(Leihgabe im Jüdischen Museum Westfalen)
Hinzu kam die Schafhaltung zur Gewinnung von Wolle. Beides ermöglichte den Bauern durch handwerkliche Nebentätigkeiten wie Spinnen und Weben ihr kärgliches Einkommen aufzubessern. Deckte die Leinenherstellung anfangs meist nur den eigenen Bedarf, entwickelte sie sich später für viele Bauernfamilien zu einem wichtigen Nebenerwerbszweig. In fast allen Familien wurden die handwerklichen Fähigkeiten von Generation zu Generation weitergegeben.
Hausiererkiepe Hausiererkiepe aus Westfalen.
(Leihgabe im Jüdischen Museum Westfalen)

Kaufleute und Wanderhändler


Den Handel mit Garnen und Leinen, vor allem der gröberen Leinwandart "Löwendlinnen", übernahmen Tuchhändler und Kaufleute, die ihre Waren auch außerhalb von Märkten verkaufen durften. Hinzu kamen Wanderhändler, auch Hausierer genannt, die mit der Kiepe auf dem Rücken von Hof zu Hof zogen und so ihre Waren anboten. Auch Cosman David Cohen, der Großvater von Cosmann Cohen, musste auf diese Weise noch den Lebensunterhalt für sich und seine Familie verdienen. Um 1800 wird er in Bocholt als Hausierer erwähnt.
Mitte des 19. Jahrhunderts traten in Deutschland starke Veränderungen in der Wirtschaft ein. Der Ausbau des Verkehrswesens und des Gütertransportes, der Abbau von Zollschranken, der Einsatz von mechanischen Webstühlen sowie die industriell nutzbare Dampfkraft brachten den Durchbruch für die Industrialisierung der Webereien.

Bocholt wird Textilmetropole


Zwischen 1850 und 1900 entwickelte sich die westfälische Stadt Bocholt zu einer Textilmetropole. Besonders bekannt war die Stadt für die Weberei von Baumseide, einem Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen.Um 1900 werden 53 Webereien/Spinnereien und andere textilverarbeitende Betriebe genannt. Weitere Zentren der westfälischen Textilindustrie waren unter anderem Dülmen, Coesfeld, Münster, Warendorf, Gronau, Bielefeld, Minden und Osnabrück.