Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Nur "Maloche"?


Arbeit, Geschäfte und Berufe ostjüdischer Einwanderer.

Ein Speisesaal für ostjüdische Arbeiter in Oberhausen Speisesaal in der "Belgierbaracke" Oberhausen.
Foto: Privatarchiv L. Heid
Die meisten der aus Osteuropa eingewanderten Juden leisteten ungelernte Arbeit, zum Beispiel im Baugewerbe, im Kohlebergbau und der Hüttenindustrie. Von anderen Zuwanderern unterschieden sie sich durch höhere Bildung und ein stärkeres Kulturinteresse.

Antisemitische Vorurteile


Oftmals wurden sie von den deutschen Behörden und Arbeitgebern wegen antisemitischer Vorurteile und ihrer religiösen Bedürfnisse (beispielsweise die Sabbatruhe) diskriminiert. Auch in Gewerkschaftskreisen wurden die Ostjuden nicht akzeptiert, weil sie auf Grund ihrer niedrigeren Ansprüche als "Lohndrücker" galten.
Schlafsaal für ostjüdische Arbeiter Schlafsaal für ostjüdische Arbeiter in der "Belgierbaracke" Oberhausen.
Foto: Privatarchiv L. Heid
Gerade während des Ersten Weltkriegs arbeiteten diese Menschen unter katastrophalen Bedingungen und wohnten in menschenunwürdigen Massenquartieren, meistens auf dem Werksgelände. Von diesem Alltag suchten sie Ablenkung in vielfältigen kulturellen Aktivitäten und eigenen Vereinen.

Aufstiege


Seit Mitte der 1920er Jahre veränderte sich die Berufsstruktur der Ostjuden allmählich, manchen gelang ein bescheidener sozialer Aufstieg. Viele Arbeiter wechselten in handwerkliche Berufe und in den Handel.
Anzeige des Kaufhauses Reifeisen & Co. aus Dorsten Anzeige des Kaufhauses Reifeisen & Co. aus Dorsten (gegründet von einer ostjüdischen Familie).
Gute Kontakte zu den Arbeiterfamilien des Ruhrgebiets und wenig entwickelte Handelsstrukturen in den Kleinstädten ermöglichten es nämlich vielen ostjüdischen Proletariern, als Verkaufsreisende und Kleinhändler tätig zu werden; sie handelten mit Möbeln, Stoffen und Kleidung, oft aber auch mit Lebensmitteln oder Altwaren und Lumpen.