Jüdische Kultur auf Hebräisch

Jüdisches Leben in Europa jenseits der Metropolen

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Die Initiatoren eines modernen Unterrichtes


Die Initiatoren der Gründung einer jüdischen Schule in Groningen, an der moderner Unterricht erteilt werden sollte, kamen alle aus Deutschland. Sie waren beeinflusst durch jüdische Aufklärer wie Moses Mendelsohn und Naphtaly Herz Wesseley.

Oberrabbiner Abraham Izak Deen, Nachkomme einer Rabbinerfamilie aus Tykocin, kam ursprünglich aus Kopenhagen. Vor seiner Ankunft in Groningen lebte er in Burgsteinfurt und war nacheinander mit zwei Töchtern von Salomon Michael David aus Hannover verheiratet.

Salomon Michael David war ein Enkel von Michael David, der außer einer jüdischen Freischule in Hannover ein Waisenhaus für Jungen gründete. Ein Sohn von Michael David, Meyer Michael David, gründete ebenfalls eine jüdische Jungenschule. Er war stark beeinflusst durch die Ideen von Moses Mendelsohn, mit dem er eine freundschaftliche Beziehung pflegte.

Arzt als Gestalter


Der Gestalter des Konzeptplans zur Gründung der Schule war der Arzt Dr. Moses Loewe oder Löw. Er hatte in Berlin und Prag Theologie und "weltliche Wissenschaften" studiert.

Vor allem Berlin galt als Zentrum der jüdischen Aufklärung oder Haskalah. Obwohl er erst seit 1812 in Groningen wohnte, legte er den Grundstein für Tipereth Bachurim. Auf Grund der Tatsache, dass er 1817 zum Sekretär der Schulkommission für den Bezirk Groningen ernannt wurde, kann davon ausgegangen werden, dass Loewe gesellschaftlich großes Ansehen genoss.
Professor Theodorus van Swinderen (1784–1851) war ein großer Befürworter der Emanzipation der Juden Professor Theodorus van Swinderen (1784–1851) war ein großer Befürworter der Emanzipation der Juden.
Gemälde von C.B. Buijs.
(Abbildung: RHC GrA Tg 1785 invnr. 16304)

Christlicher Idealist


Außer diesen beiden spielte auch eine andere Person eine große Rolle bei der Gründung der Schule, nämlich der engagierte christliche Idealist Theodorus van Swinderen (1784–1851). Dieser war Professor an der Groninger Universität und der Grundschulunterricht lag ihm sehr am Herzen. Ab 1807 bis 1851 war er auch als Schulaufsicht tätig. In dieser Funktion war er die treibende Kraft hinter den Erneuerungen im Unterricht am Anfang des 19. Jahrhunderts. Wahrscheinlich wäre ohne seine dauerhafte Unterstützung diese Lehranstalt nie von der Stelle gekommen.

Auch an anderen Stellen wurde das Groninger Experiment stark gefördert. Der Generalkommissar für den Unterricht, der nächste Berater des Ministers, schrieb allen Stadt- und Gemeindeverwaltungen einen Brief, in dem er auf größtmögliche Hilfe und Sicherheit für die Verwaltung der Lehranstalt drängte und empfahl, dem Beispiel der Schule zu folgen.